Haushaltshilfe gesucht? 10 hilfreiche Tipps

Wenn beide arbeiten, wer putzt dann gründlich die Wohnung, wäscht und bügelt? Und was ist, wenn ein Elternteil krank ist? Wie lässt sich eine gute Haushaltshilfe oder Putzfrau finden? Wie hoch sind die Kosten? Was lässt sich von der Steuer absetzen? Zehn Tipps rund um die Suche nach den guten Feen im Haus.

Manchmal ist die ganze Arbeit zuhause nicht mehr zu schaffen. Zum Beispiel, wenn viel Zeit im Job verbracht wird. Vor allem dann, wenn Du Familie hast und die Wohnung groß ist. Und viel Wäsche gewaschen und gebügelt werden muss. Wenn dafür kaum Zeit bleibt, wünschen sich viele eine Haushaltshilfe. Wie kannst Du eine gute Putzfrau finden? Diese Tipps sollen Dir dabei helfen.

Tipp 1: Putzfrau finden über die Haushaltsjob-Boerse

Was viele nicht wissen: Die Minijob-Zentrale hat eine Haushaltsjob-Boerse ins Leben gerufen. Das Ziel: Haushaltsjobs zu vermitteln. Und zwar für Minijobber mit einem Verdienst bis 450 Euro im Monat oder auch sozialversicherungspflichtige Arbeitnehmer im Haushalt mit höherem Verdienst. Du kannst dort ein Angebot als Arbeitgeber einstellen oder nach möglichen Putz- und Haushaltshilfen suchen, die dort inseriert haben. Der Service ist kostenlos. Eine Stichprobe zeigt: Angebot und Nachfrage sind regional unterschiedlich. So scheint es in einigen Regionen in NRW zum Beispiel viele potenzielle Haushaltshilfen zu geben. Im Süden, etwa in München, dagegen weniger. Suche einfach mal in Deiner Region!

Wenn Du Dich mit der- oder demjenigen triffst: Frag nach Erfahrungen und Referenzen.

Tipp 2: Putzdienste und Onlineportale im Internet

Wer “Haushaltshilfe gesucht” oder “Putzfrau finden” googelt, stößt schnell auf große Onlineportale für die Vermittlung von Haushaltshilfen. Verbraucherschützer und Medien halten Infos, Tests und Tipps zu solchen Putzdiensten bereit.

Putzdienste im Test

Vor einiger Zeit (2014) hat die Stiftung Warentest solche Online-Putzdienste getestet. Das Fazit damals: Kein Online-Putzdienst konnte empfohlen werden, vor allem wegen rechtlicher Unsicherheiten und Fragezeichen bei der steuerlichen Absetzbarkeit. Auch die Putzleistung war nicht immer überzeugend. Und man wusste vorher nicht unbedingt, wer kommt. Manchmal wurde nur der Vorname der Putzhilfe genannt.

Die Süddeutsche Zeitung hat in 2016 eine Stichprobe gemacht und kommt hinsichtlich des Preises und der Qualität der Reinigung zum Teil zu positiven Einschätzungen. Auf die Kritik an Arbeitbedingungen scheinen einige Anbieter reagiert zu haben. Manche werben mit angestellten und haftpflicht- sowie sozialversicherten Putzkräften. Die Kosten liegen ungefähr bei rund 14 bis 20 Euro in der Stunde oder auch mehr, es ist auch regional zum Teil unterschiedlich.

Aktualisierung: Im Februar 2018 hat Guter Rat ebenfalls Putzdienste einem Test unterzogen. Das Ergebnis waren relativ große Unterschiede hinsichtlich Qualität und Preis.

Informiere Dich genau über diese und weitere Tests und lies Dir alle Infos und Tipps auf den Internetseiten und zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Anbieter durch. Versprechen die Dienste die steuerliche Absetzbarkeit ihrer Rechnungen? Was sagen sie über die Arbeitsbedingungen ihrer Mitarbeiter?

Überlege, ob das die richtige Lösung für Dich ist. Wer nur eine einzige vertrauensvolle Person auf Dauer sucht, sollte sich wohl eher auf die Suche nach einer Einzelperson begeben (siehe Tipp 1 und Tipp 3 dieser Tipps). Wer einmalig oder unregelmäßig Hilfe braucht, kann bei einem Putzdienst wahrscheinlich unkomplizierter Hilfe erhalten.

Tipp 3: Putzfrau privat suchen über Mundpropaganda

Wie schön, wenn die “Perle”, die schon bei Deiner Mutter geputzt hat, auch für Dich noch Zeit findet. Falls nicht, frage im Freundes- und Bekanntenkreis nach Tipps zu guten, zuverlässigen Reinigungskräften. Über private Empfehlungen findest Du meist die besten Personen oder Dienstleister. Denn Deine Freunde möchten Dir etwas Gutes tun und werden Dir daher brauchbare Tipps liefern. Und die Empfohlenen möchten ihre Freunde auch nicht enttäuschen. Sie werden deshalb gerne gute Arbeit leisten.

Natürlich kannst Du auch gezielt im Internet nach Einzelpersonen suchen oder zum Beispiel über die schwarzen Bretter im Supermarkt um die Ecke. Ein Zettel für “Haushaltshilfe gesucht” ist schnell ausgefüllt. Frag aber auch hier genau nach Erfahrungen und Referenzen, wenn sich jemand daraufhin meldet. Vielleicht erhältst Du eine Telefonnummer zur Referenz bei einer anderen Putzstelle. So kannst Du ein Gefühl dafür gewinnen, ob die Person vertrauenswürdig ist und gut arbeitet.

Extra-Tipps: Fragen für das Vorstellungsgespräch mit der Putzfrau

Du möchtest wissen, welche Fragen Du im Vorstellungsgespräch der Putzfrau stellen solltest? Hier ein paar Vorschläge:

  • Wo haben Sie bereits gearbeitet? Welche Erfahrungen waren wichtig?
  • Welche beruflichen Qualifikationen haben Sie?
  • Können Sie mir eine Referenz nennen?
  • Darf ich ein Telefonat mit dem vorherigen Arbeitgeber führen?
  • Wann möchten Sie arbeiten?
  • Was möchten Sie verdienen?
  • Mit welchen Putzmitteln arbeiten Sie normalerweise?
  • Worauf legen Sie beim Saubermachen besonders viel Wert?
  • Wofür haben Sie besonders viel Lob und positives Feedback bekommen?
  • Welche Aufgaben einer Haushaltshilfe machen Sie besonders gerne?
  • Welche Aufgaben können Sie besonders gut?

Tipp 4: Die Kosten für die Haushaltshilfe kalkulieren

Auf den Onlineportalen der Putzdienste sind die Preise in der Regel ersichtlich. Du solltest aber trotzdem noch einmal fragen – beziehungsweise Dir diese bestätigen lassen. Das gilt ebenso für herkömmliche Reinigungsfirmen, die ebenfalls Stundensätze von oft über 20 Euro anbieten. Bedenke dabei, dass Sicherheit und auch gute Arbeitsbedingungen von Angestellten natürlich ihren Preis haben.

Die Einzelperson wird ihren Preis auch vom Beschäftigungsverhältnis abhängig machen. Du kannst eine Haushaltshilfe legal beschäftigen, indem Du sie anstellst oder als Selbstständige beschäftigst. Als Selbstständige stellt sie Dir Rechnungen. Natürlich wird der Stundensatz einer selbstständig arbeitenden Einzelperson auch in etwa bei dem liegen, was Reinigungsfirmen oder Online-Putzdienste verlangen, also bei rund 14 bis über 20 Euro. Immer inklusive Mehrwertsteuer anfragen!

Eine angestellte Putzfrau sollte ebenfalls angemessen bezahlt werden. Frage einfach im Bekanntenkreis nach, schaue im Internet bei privaten Inseraten, was Haushaltshilfen verlangen. Die Minijob-Zentrale hat Informationen zum Verdienst zusammengestellt, auch Tipps rund um das Thema. Demnach muss die Bezahlung mindestens dem Mindestlohn von 8,84 Euro entsprechen. Die Preise und Löhne sind regional oft sehr unterschiedlich. In den allermeisten Städten und Regionen wird der Lohn deutlich über 10 Euro pro Stunde liegen. Bei der Einordnung können auch die Tarifverträge des DHB – Netzwerk Haushalt helfen.

Tipp 5: Putzfrau als Minijobber

Wenn Du Dich dafür entschieden hast, Deine Putzfrau anzustellen, wird das wahrscheinlich ein Minijob sein. Denn oft wird der Verdienst für eine vielleicht ein- oder zweimal die Woche kommende Haushaltshilfe unter 450 Euro im Monat liegen. Die Minijob-Zentrale bietet zur Anmeldung den Haushaltscheck an. Auf der Internetseite der Minijob-Zentrale finden sich einfach gestaltete Erklärungen und ein kleiner How-To-Film. Zudem Infos und Tipps zu Abgaben beim Minijob im Haushalt. Als Arbeitgeber zahlst Du für einen 450-Euro-Minijob im Haushalt niedrigere Abgaben als im gewerblichen Bereich. Auf den Seiten kannst Du die Beiträge ausrechnen. Die Minijobberin oder der Minijobber ist übrigens auch unfallversichert. Und sie oder er hat einen Urlaubsanspruch. Ein Arbeitsvertrag ist möglich, aber nicht zwingend. Aber die Arbeitsbedingungen müssen schriftlich festgehalten werden. Infos für diesen Nachweis hat die Minijob-Zentrale zusammengestellt und hält auch ein Muster für einen Arbeitsvertrag bereit.

Tipp 6:  Haushaltshilfe steuerlich absetzen

Wenn Du Deine Haushaltshilfe bei der Minijob-Zentrale angemeldet hast, kannst Du jährlich 20 Prozent der entstandenen Kosten – höchstens 510 Euro – von Deiner Steuer abziehen. Und wenn Du eine sozialversicherungspflichtige Haushaltshilfe angestellt hast (über 450 Euro im Monat) oder einen selbständigen Dienstleister beauftragst (also die selbstständige Putzfrau, die Reinigungsfirma, den Putzdienst), kannst Du hierfür auch 20 Prozent der Kosten geltend machen. Maximal sogar 4.000 Euro im Jahr.

Tipp 7: Klare Absprachen zur Organisation

Klare Absprachen sind wichtig, damit es mit Deiner Putzfrau zu einem vertrauensvollen Verhältnis kommt und dabei bleibt. Absprachen sind natürlich auch mit einem Dienstleister wichtig. Kläre alles, was Dir wichtig ist, vorher genau. Das gilt für das, was beide Seiten erbringen. Einige Tipps für Fragen, zu denen Ihr klare Absprachen treffen solltet:

  • Was ist der Lohn/die Bezahlung?
  • Wann wird bezahlt?
  • Wer übernimmt das Fahrgeld?
  • Händigst Du den Schlüssel aus oder bist Du immer da, wenn die Haushaltshilfe kommt?
  • Was passiert im Krankheitsfall: Kann dann vielleicht jemand anders einspringen? Wann wird Bescheid gesagt?
  • Sorgst Du für alle Reinigungs- und Arbeitsmittel? Oder gibst Du Geld, damit die Haushaltshilfe das Benötigte besorgt?

Notiere natürlich auch Telefonnummern und Infos zur Erreichbarkeit genau.

Tipp 8: Klare Absprachen zu den Aufgaben

Natürlich solltest Du auch klären, was genau die Aufgaben einer Haushaltshilfe sind. Fegen, Saugen und Wischen sowie Staubwischen? Welche Arbeiten gehören zur Badreinigung? Was ist in der Küche zu tun? Mit welchen Geräten und Reinigungsmitteln soll geputzt werden? Wie sauber soll es sein? Sollen regelmäßig zum Beispiel auch die Fenster geputzt und Wäsche aufgehängt oder zusammengelegt werden? Gehört Bügeln dazu? Das sollte ganz klar abgesprochen sein, damit sich die Haushaltshilfe in ihrer Arbeitsplanung darauf einstellen kann und damit es keine Missverständnisse gibt. Folgende Tätigkeiten können zum Beispiel zu den Aufgaben einer Haushaltshilfe im Privathaushalt gehören. Sprich mit der Haushaltshilfe ab, welche Aufgaben sie davon übernimmt oder nicht oder ob noch etwas ergänzt werden soll:

  • Fegen, Saugen und Wischen der Fußböden, eventuell Teppichböden reinigen (z.B. Flecken abreiben)
  • Staubwischen auf Möbeln, Schränken, Lampen
  • Badreinigung: WC, Badewanne, Fliesen, Waschbecken, Boden
  • Küchenreinigung: Abwischen der Flächen, Geschirrspülmaschine ein- und ausräumen, Geschirrspülen
  • Waschen
  • Wäsche aufhängen, abhängen und falten
  • Bügeln
  • eventuell Einkaufen
  • vielleicht auch Gartenarbeiten
  • oder auch Kochen

Tipp 9: Gemeinsam putzen und Checkliste entwickeln

Sinnvoll kann es sein, zunächst gemeinsam zu putzen. So sieht die Haushaltshilfe, wie Du es haben willst. Und Du siehst, wie sie putzt und wie sie auf Deine Vorschläge und Empfehlungen reagiert. Auf jeden Fall findet Ihr so heraus, wie lange es dauert, bis die Wohnung geputzt ist. Und daraus lassen sich dann der gesamte Zeitaufwand und der Lohn errechnen.

Und Ihr beide erfahrt dabei auch, ob die Chemie stimmt und Ihr gut miteinander sprechen könnt.

Am besten ist, Ihr erstellt beim Putzen oder danach eine Checkliste für die Haushaltshilfe. Eine Anregung können die festgelegten Aufgaben sein. In der Checkliste sollte auch stehen, wie oft bestimmte Aufgaben gemacht werden (jede Woche, einmal im Monat?). Zudem könnte in die Checkliste auch ein Putzmittel-Check aufgenommen werden, der am Anfang und/oder am Ende durchgegangen wird. Dann wird klar, was wieder gekauft werden muss. Eine Checkliste, an der Ihr Euch orientieren könnt, hat zum Beispiel die Verbraucherzentrale zusammengestellt.

Aber: Bitte vermeide, dass ein zu starker Eindruck von Kontrolle entsteht. Beziehe die Haushaltshilfe immer mit ein.

Tipp 10: Du bist krank – wer zahlt die Haushaltshilfe?

Auch folgender Fall kann eintreten: Du bist so krank, dass Du den Haushalt nicht führen kannst. Oder musst ins Krankenhaus oder zur Kur. Dann zahlt die gesetzliche Krankenkasse einen Großteil der Kosten für eine Haushaltshilfe. Du musst in der Regel eine Zuzahlung von 5 bis 10 Euro pro Tag leisten. Die Haushaltshilfe erledigt den Haushalt und betreut bei Bedarf auch Deine Kinder. Auch wenn Du keine Kinder hast, kannst Du eine Haushaltshilfe bekommen. Zum Beispiel wenn Du gerade aus dem Krankenhaus kommst. Oder in der Schwangerschaft.

Wie lange die Kosten für die Haushaltshilfe übernommen werden, das hängt auch von Deinem Gesundheitszustand ab. Wende Dich im Ernstfall an Deine Krankenkasse und kläre die genauen Voraussetzungen und den Antragsweg.

Wichtig: Beauftrage nicht selbst eine Haushaltshilfe, sondern frage die Kasse zunächst. Denn die Krankenkassen arbeiten zum Teil mit Vertragsorganisationen zusammen. Informiere Dich! Die Kassen haben oft gute Informationen dazu online. Zum Beispiel die AOK , die Barmer oder die Techniker Krankenkasse. Die Kosten für die Haushaltshilfe werden häufig direkt zwischen der Kasse und ihren Vertragspartnern, zum Beispiel karitativen Einrichtungen, abgerechnet. Du musst die Haushaltshilfe dann nicht selbst suchen.

Schaue auf der Internetseite Deiner Kasse nach!

Übrigens: Bei den privaten Kassen ist eine Haushaltshilfe im Krankheitsfall oft nicht Teil der Leistungen. Lies Deine Versicherungsbedingungen genau beziehungsweise frage bei Deiner privaten Kasse nach.

Rat: Und so unterstützt Du Deine Putzfrau

Bist Du gesund und fit, dann hilf Du auch Deiner Putzfrau! Räume vor ihrem Kommen die Wohnung auf. Nimm Krimskrams vom Boden und aus den Ecken. Räume Deine Sachen in die Schränke. Höflich und freundlich zu sein, versteht sich von selbst. Genauso, pünktlich und korrekt zu zahlen. Du willst vertrauen können – das will Deine Haushaltshilfe auch!

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