Neue Gesetze 2018: Kindergeld, Pflege, Kfz-Steuer & Co.

Welche Änderungen bringt das neue Jahr? Welche Gesetze gelten für Familien, Rentner und alle Verbraucher? Die wichtigsten Neuerungen für 2018.

In vielen Lebensbereichen sind für 2018 neue Regelungen geplant, neue Gesetze treten in Kraft. Von manchen kannst Du profitieren. Vieles soll für Verbraucher leichter werden, zum Teil gibt es mehr Geld.

Wichtige neue Gesetze und Regeln im Überblick

Einige Neuerungen sorgen für mehr Bares in der Tasche:

Kindergeld steigt 2018 leicht

Ab Januar 2018 steigt das Kindergeld pro Kind um 2 Euro, auf je 194 Euro für die ersten zwei Kinder, auf 200 Euro fürs dritte Kind und auf 225 Euro für jedes weitere Kind.

Grundfreibetrag und Kinderfreibetrag werden erhöht

Bei der Berechnung der Einkommenssteuer gelten höhere Freibeträge: Der Grundfreibetrag steigt auf 9.000 Euro (180 Euro mehr) für Alleinstehende und auf 18.000 Euro für Verheiratete. Der Kinderfreibetrag steigt um 72 Euro auf 4.788 Euro.

Anhebung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II

Wer Arbeitslosengeld oder Sozialhilfe bezieht, bekommt ab Januar 2018 etwas mehr Geld als 2017. So erhalten Alleinstehende 7 Euro mehr pro Monat. Die neuen Sätze.

Höhere Riester-Zulagen

21 Euro mehr Geld vom Staat für die private Vorsorge: Die jährlich möglichen Riester-Zulagen steigen um diesen Betrag ab 1. Januar 2018. Von 154 Euro auf dann 175 Euro. Die Grundzulagen für Kinder (300 Euro für ab 2008 geborene Kinder und 185 Euro für ältere Kinder) bleiben allerdings gleich. Mehr Infos.

Riester-Rente nicht mehr voll auf Grundsicherung angerechnet

Die Riester-Renten werden ab 1. Januar 2018 nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet. Bis zu 202 Euro sind dabei ohne Anrechnung möglich. Das gilt aber nur, wenn der Riester-Vertrag eine lebenslange Rentenauszahlung vorsieht. Informationen dazu.

Mehr Geld für Arbeitsmittel sofort von der Steuer absetzen

Ab 2018 kannst Du zum Beispiel für den Kauf von PC & Co. mehr Geld direkt von der Steuer absetzen: Für die einzelne Anschaffung sind es dann 800 Euro netto statt wie zuvor 410 Euro netto. Teurere Produkte musst Du über mehrere Jahre von der Steuer abschreiben.

Neues Gesetz: Keine Aufschläge mehr bei Kreditkartenzahlung

Händler, etwa bei Buchungen online, dürfen ab Januar keine Aufschläge für Kreditkartenzahlungen mehr berechnen. Das ist im “Gesetz zur Umsetzung der Zweiten Zahlungsrichtlinie” der EU geregelt. Die Richtlinie muss zum 13. Januar 2018 umgesetzt sein.

Änderungen beim Kaufrecht

Wenn Produkte Mängel haben, muss der Verkäufer auch den Ausbau zahlen. Das gilt zum Beispiel bei mangelhaften Fliesen, die Du im Baumarkt gekauft hast. Mehr Infos

Betreuung und Entlastung in der Pflege: Geld aus Vorjahren noch nutzbar

Pflegebedürftigen stand 2015 und 2016 zur Betreuung und Entlastung in der Pflege ein Betrag von 104 Euro pro Monat bei eingeschränkter Alltagskompetenz zu, von 208 Euro bei erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz. In 2017 beträgt der Entlastungsbetrag in der Regel 125 Euro monatlich. Wer das zum Beispiel in 2015, 2016 oder 2017 nicht voll ausgenutzt hat, kann das Geld noch in 2018 nutzen. Infos dazu.

Rentenerhöhung im Juli geplant

Ab Juli 2018 steigen die Renten voraussichtlich um etwas mehr als 3 Prozent. Der genaue Betrag wird allerdings erst im Frühjahr berechnet, wenn die Zahlen zur Lohnentwicklung vorliegen.

Neue Gesetze 2018: Was bringt das Jahr für Verbraucher?

Neue Gesetze sorgen auch für bessere Informationen für Verbraucher und für mehr Transparenz oder bringen Erleichterungen mit sich. Wichtige Neuerungen im Überblick:

Transparenz zur Lohngerechtigkeit am Arbeitsplatz

Ab dem 6. Januar 2018 greift das neue Gesetz zur Förderung der Transparenz von Entgeltstrukturen: Nach dem Gesetz gibt es zum Beispiel einen individuellen Auskunftsanspruch darauf, vom Arbeitgeber zu erfahren, nach welchen Kriterien Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer wie bezahlt werden. Das gilt für Unternehmen mit mehr als 200 Beschäftigten. Mehr Infos.

Mehr Recht auf Information im Datenschutz

Am 25. Mai 2018 wird die EU-Datenschutzgrundverordnung in Kraft treten. Unternehmen sollen zum Beispiel einfacher und verständlicher informieren, wann sie welche Daten zu welchen Zwecken erheben. Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat die einzelnen Punkte des Gesetzes aus Sicht der Verbraucher bewertet. Einschätzung des vzbv.

Echtzeitüberweisungen in der Eurozone

Heute kann eine Überweisung durchaus drei Tage dauern. Das soll künftig schneller gehen: Ab November 2018 sollen Echtzeitüberweisungen in der Eurozone möglich werden (“Instant Payment”). Über Onlineüberweisung oder mit einer Smartphone-App sollen dann innerhalb von einigen Sekunden Geldbeträge auf dem Empfängerkonto gutgeschrieben werden können.

Nicht alle Regelungen machen das Leben leichter, manches kann auch teurer werden. Zum Beispiel:

Kfz-Steuer neu berechnet

Wenn Du 2018 einen Neuwagen kaufen willst, solltest Du wissen: Ab 1. September 2018 gilt ein neues Verfahren zur Berechnung der Kfz-Steuer, das für einige Autos voraussichtlich höhere Steuersätze zur Folge haben wird. Für bereits angeschaffte Autos gilt die Regel nicht.

Und zum Schluss eine weitere Änderung in 2018, die zwar für Verbraucher keine unmittelbaren Konsequenzen mit sich bringt, aber trotzdem etwas mit Geld zu tun hat:

500-Euro-Noten werden abgeschafft

Die Europäische Zentralbank hat entschieden, dass die 500-Euro-Banknote ab Ende 2018 nicht mehr ausgegeben werden soll. Die Scheine, die im Umlauf sind, bleiben aber noch Zahlungsmittel.

Fazit: Für viele gibt es mehr Geld

2018 hält für viele Menschen ein bisschen mehr Bares bereit und bringt Verbesserungen im Verbraucherschutz. Das neue Jahr kann also kommen! 🙂🎆

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