Schulstart 2017: Gegen Schulstress, für sichere Schulwege – was Experten raten

Tipps für Eltern, um den Kids den Schulstart so leicht wie möglich zu machen: Viele Organisationen geben jetzt wertvolle Ratschläge.

In NRW und einigen anderen Bundesländern hat die Schule bereits wieder begonnen, in anderen steht der Schulstart 2017 kurz bevor. Zuletzt in Bayern mit Schulbeginn am 12. September. Eltern wünschen sich für ihre Kinder für den Start und die gesamte Schulzeit nur das Beste: Sicherheit, Spaß am Lernen, keinen Schulstress. Aber auch gute Infos und Tipps zum Schulbedarf oder für gesundes Schulessen sind gefragt.

Kein Schulstress: Spaß am Lernen von Anfang an

Schule wird von vielen Kindern als Stress empfunden. In den ersten Klassen ist der Druck vielleicht noch nicht ganz so groß, aber in den weiterführenden Schulen fühlen sich viele Kinder von Stress belastet. Eine gerade veröffentlichte Studie der DAK-Gesundheit, für die 7.000 Schüler der Jahrgangsstufen fünf bis zehn befragt wurden, zeigt: Fast jeder zweite Schüler, insgesamt 43 Prozent, leidet unter Stress. Und das macht in vielen Fällen sogar krank: Ein Drittel der betroffenen Jungen und Mädchen klagt über Kopfschmerzen, Rückenschmerzen oder Schlafprobleme. Mädchen fühlen sich dabei häufiger gestresst als Jungen: Jede zweite Schülerin leidet sehr oft oder oft unter Stress, bei den Jungen sind es 37 Prozent.

Die DAK-Experten verweisen vor allem auf einen gesunden Lebensstil, um Stress zu vermeiden: Gut frühstücken, gemeinsame Mahlzeiten mit der Familie, auf übertriebene Internet- und Computernutzung verzichten.

Was die Studie nicht thematisiert: Welchen Einfluss der Leistungsdruck in der Schule, die Schulart oder der Leistungsanspruch der Eltern, das Verhalten anderer Schüler und der Zeitdruck auf den Stresspegel der Kinder haben.

Schulstress vermeiden

Erziehungsexperten empfehlen, den Kindern von Anfang an den Spaß am Lernen zu vermitteln und auf genug Raum und Zeit für Freizeit und Entspannung zu achten. Psychologen raten, den eigenen Stress und Druck besser zu reflektieren. Denn Stress der Kinder entsteht auch durch Stress und Sorgen der Eltern.

Ausführliche Tipps für Eltern, um Schulstress bei den Kindern zu vermeiden, hat das Bayerische Landesjugendamt mit dem Erziehungsratgeber Eltern im Netz zusammengestellt. Wichtig ist demnach auch, dem Kind beim Planen und Strukturieren von Hausaufgaben, Lernzeiten und Freizeiten sowie der Prüfungsvorbereitung zu helfen. Nicht Strafe, sondern Unterstützung ist wichtig.

Kurz und knapp, einige Tipps gegen Schulstress:

  • den Spaß am Lernen vorleben und vermitteln
  • auf genug Zeit für Freizeit, Spaß und Entspannung achten
  • das Kind motivieren und in seinem Selbstwertgefühl stärken
  • das Kind beim Ordnung halten und beim Planen von Lernzeiten und Freizeitaktivitäten unterstützen
  • sich für den Schulalltag interessieren, in Kontakt mit Lehrern sein
  • eigenen Stress nicht zu sehr an das Kind herankommen lassen
  • auf gute Ernährung und gemeinsame Mahlzeiten achten
  • auf genügend Schlaf achten (Tipps für einen guten Rhythmus und gegen Einschlafschwierigkeiten im Beitrag Tipps zum Einschlafen: Nicht schlafen können – was tun?)
  • dem Kind vermitteln, dass es, so wie es ist, gut und in Ordnung ist
  • die Mediennutzung des Kindes im Auge behalten und übertriebene Computer- und Handynutzung vermeiden. Gute Infos, um Kindern Medienkompetenz zu vermitteln, gibt es bei Klicksafe, der EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz oder bei der Initiative “SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.”, einer Initiative des Bundesfamilienministeriums sowie verschiedener Medien.

Tipps für einen sicheren Schulweg

Der ADAC empfiehlt Eltern von Erstklässlern, den Schulweg frühzeitig und häufig mit den Kindern zu üben. Auf diese Art lernen die Kleinen die neue Situation am besten kennen. Das Training sollte dabei realistisch sein. Am besten morgens oder zur Mittagszeit trainieren, also dann, wenn die Kids wirklich zur Schule gehen oder zurückkommen. 

Wichtig ist, alle möglichen Gefahren zu besprechen und die Kinder auf riskante Stellen hinzuweisen. Die Strecken sollten vor dem Schulstart und in der ersten Zeit gemeinsam mit dem Kind ausprobiert werden. Wichtig ist, so gemeinsam den sichersten Weg zu finden und diesen für den Schulweg auszuwählen.

Die Experten raten: Der kürzeste Weg muss nicht der beste sein. Kleine Umwege können einen hohen Sicherheitsgewinn bringen.

Mehr Sicherheit auf dem Schulweg: Sehen und gesehen werden

Die größte Gefahr für Unfälle besteht beim Überqueren der Straße. Den Kleinen fehlt oft der nötige Überblick, außerdem übersehen Autofahrer sie leichter. Deshalb sollten Kinder helle Kleidung tragen. Auch die ADAC-Sicherheitsweste, die in vielen Schulen verteilt wird, erhöht die Sicherheit. Das gilt vor allem bei schlechten Sichtverhältnissen, die im Herbst und Winter zu erwarten sind.

In der ersten Zeit raten die ADAC-Experten, das Kind zur Schule zu begleiten. Erwachsene sollten beim Verhalten im Straßenverkehr ein gutes Beispiel geben.

Wer sein Kind im Auto zur Schule bringt, sollte natürlich auf richtig gesicherte Kindersitze und auf ein sicheres Ein- und Aussteigen achten. Allerdings rät der ADAC, Erstklässler nur in Ausnahmefällen mit dem Auto zur Schule zu bringen. Eltern sollten dann möglichst nicht direkt vor der Schule parken. Viele Schulen haben entsprechende Hol- und Bringzonen eingerichtet.

Also, kurz und knapp, die Tipps zum Schulweg für Dich und Dein Kind:

  • Schulweg trainieren
  • Gefahren besprechen und sichere Wege auswählen
  • das Kind in der ersten Zeit begleiten
  • sich selbst richtig verhalten
  • auf helle, möglichst reflektierende Kleidung und Reflektoren, zum Beispiel am Ranzen, achten
  • wenn Du Dein Kind mit dem Auto zur Schule bringst: Achte darauf, dass Du das Ein- und Aussteigen des Kindes am besten auf der Fußgängerseite begleitest
  • sichere Kindersitze sind ein Muss
  • begleite auch Dein älteres Kind noch ab und zu auf dem Schulweg, um zu sehen, wie es sich verhält
  • mache auch Dein älteres Kind auf Gefahrenquellen aufmerksam, achte auf helle Kleidung
  • wenn das ältere Kind mit dem Fahrrad zur Schule fährt: Überprüfe die Verkehrssicherheit des Rads regelmäßig

Viele gute Infos und weitere Tipps für Eltern enthält der Schulwegratgeber vom ADAC.

Tipps für ein gesundes Frühstück, Pausenbrot und Schulessen

Laut der aktuellen DAK-Schulstudie ernähren sich viele Schüler schlecht. Nur etwa die Hälfte isst täglich Obst oder Gemüse. Süßigkeiten, Fastfood und Softdrinks sind beliebt. Diejenigen Schüler, die regelmäßig gemeinsam mit der Familie essen, verzehren regelmäßiger Obst und Gemüse und greifen seltener zu Fastfood. Sie sind daher seltener übergewichtig. Auch das Frühstück vor der Schule hat laut der DAK-Studie einen positiven Effekt auf die Gesundheit: Nur jedes zehnte Kind, das jeden Tag zu Hause frühstückt, ist übergewichtig. Bei der Gruppe der Schüler, die nie zu Hause frühstückt, sind es 16 Prozent. Zu wenige Schüler frühstücken täglich zu Hause. Bereits in der fünften und sechsten Klasse verzichten 37 Prozent auf das Frühstück zu Hause. In der neunten und zehnten Klasse frühstückt nur noch jeder zweite zu Hause.

Vollkornprodukte, Gemüse und Obst

Die Verbraucherzentrale gibt zum Schulstart 2017 Tipps für ein gesundes Essen für Schüler: Schulkinder sollten jeden Morgen frühstücken, auch wenn es nur eine Kleinigkeit ist. Ein gutes Frühstück sollte zum Beispiel ballaststoffreiche Vollkornprodukte wie Brot oder Müsli enthalten, dazu Obst und Rohkost. Optimal dazu: ungesüßte oder wenig gesüßte Milchprodukte wie Joghurt oder Quark. Und ein Getränk – die Verbraucherzentrale empfiehlt zum Beispiel Früchte- oder Kräutertee.

Und das Pausenbrot? Auch hier empfiehlt die Verbraucherzentrale Vollkornbrot, belegt mit Frischkäse und Salat, zum Beispiel in Kombination mit Gurke, Tomate, Möhre. Das Gemüse und Obst am besten in mundgerechten Stücken. Zum Trinken empfiehlt sich ein ungesüßter oder zuckerarmer Durstlöscher.

Fürs Mittagessen bieten Schulen nicht selten Selbstgekochtes oder gutes Mensaessen an. Eltern sollten sich vor einer Schulanmeldung über das jeweilige Angebot für die Mittagsverpflegung informieren.

Die Tipps für Essen in der Schule in Kürze: 

  • biete Deinem Kind jeden Tag ein gutes Frühstück
  • frühstückt gemeinsam
  • auf ausgewogenes Frühstück mit vielen Kohlenhydraten, aber auch Obst oder Gemüse und Milchprodukten, achten
  • ein gesundes Pausenbrot und ein Getränk, etwa Wasser, mitgeben
  • darauf achten, dass Dein Kind ein gutes Mittagessen bekommt

Weitere Infos bei der Verbraucherzentrale. Gute Infos für eine gesunde Ernährung von Schulkindern mit Tipps für Eltern hat zum Beispiel auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf einen Portal zur Kindergesundheit zusammengestellt.

Guter Schulbedarf zum Schulstart

Nach welchen Kriterien Eltern Schulbedarf auswählen, hat der Hersteller Staedtler in einer Innofact-Umfrage unter 560 Eltern von Kindern im Alter von fünf bis zwölf Jahren erfragt. Demnach sind Material und Qualität den Eltern am wichtigsten (80 Prozent), fast die Hälfte entscheiden auch danach, was dem Kind gefällt (41 Prozent) und nur 30 Prozent wählen den Schulbedarf nach dem Preis aus.

Hefte en masse: Zum Schulstart brauchen Schülerinnen und Schüler vor allem Papierprodukte. Aber nur eines von zehn der gekauften Schulhefte besteht aus 100 Prozent Recyclingpapier. Darauf weist jetzt das Umweltbundesamt hin. Dabei werden bei der Herstellung von Recyclingpapier mit dem Umweltzeichen “Blauer Engel” 60 Prozent weniger Energie und 70 Prozent weniger Wasser verbraucht als bei der Herstellung von Frischfaserpapier. Und für Altpapier werden keine zusätzlichen Bäume gefällt.

Deshalb haben Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt jetzt zum siebten Mal die Kampagne “Schulstart mit dem Blauen Engel” ausgerufen, an der sich auch der Einzelhandel beteiligt. Neben Kaufland und Rossmann unterstützen Edeka, idealo und memo die Kampagne. Mit Angeboten machen sie zum Schulbeginn auf umweltfreundliche Schulmaterialien aufmerksam.

Günstiger Schulbedarf

Wer beim Schulmaterial sparen will, sollte auf jeden Fall Preise vergleichen, im Handel oder online. Das gilt für größere Anschaffungen wie Ranzen oder Sportschuhe, aber auch für Hefte, Schnellhefter und Co. Manche Online- und Einzelhändler bieten an, das Schulmaterial nach der Liste aus der Schule selbst zu packen. Online ist die Bestellung oft ab einem bestimmten Betrag versandkostenfrei. Halte nach Rabatten Ausschau! Rabatte werden oft ab einem bestimmten Warenwert für den Schulbedarf geboten.

Zuschuss für Schulbedarf: Eltern, die Arbeitslosengeld II, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Sozialgeld beziehen, bekommen eine Pauschale von 100 Euro pro Schuljahr für Schulbedarf wie Schultasche oder Rechen- und Zeichenmaterialien. Empfänger von Arbeitslosengeld II, Sozialgeld und der Sozialhilfe erhalten die Pauschalen in der Regel automatisch und ohne gesonderten Antrag. Wer Wohngeld und/oder den Kinderzuschlag, muss einen Antrag stellen. Entsprechende Formulare und Infos zum Zuschuss für Schulbedarf gibt es oft online bei der Stadt, wie zum Beispiel in Hamburg. Tipp: Kassenbelege vom Kauf aufbewahren!

Tipps für Schulmaterial in Kürze:

  • auf umweltfreundliche Produkte achten, etwa mit dem “Blauen Engel”
  • Sparen mit Preisvergleich, Onlinekauf, Rabatten
  • wer Unterstützung bekommen kann, sollte möglichst einen Zuschuss für Schulbedarf beantragen

Übrigens: Typische Geschenke zum Schulstart sind laut der Staedtler-Umfrage:

  • Bücher (63 Prozent)
  • Tintenroller/Füller (47 Prozent)
  • Süßigkeiten (46 Prozent)

Und was kommt in die Schultüte?

Dort wo der Schulstart noch ansteht, werden jetzt die Schultüten gepackt. Laut einer Umfrage von RetailMeNot aus 2016 wird die Schultüte am häufigsten mit Süßigkeiten befüllt (88 Prozent). Generell setzen die meisten Eltern auf Altbewährtes: Rund zwei Drittel packen Schulausrüstung wie Federmäppchen, Schreibbedarf oder Hefte in die Schultüte. In etwa jeder fünften Zuckertüte (22 Prozent) ist Geld zu finden, in jeder achten ein Gutschein.

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