Kinder: Skifahren lernen, aber sicher

Wenn Kinder Skifahren lernen, kommt es auf Spaß und Sicherheit an. So fahren die Kids ohne Angst, aber vorsichtig genug. Und möglichst sicher! Infos über Kurse, Ausrüstung und Sicherheit. Plus: Tipps fürs Vergnügen neben der Piste – und Alternativen zum Abfahrtski.

Die Skisaison ist gestartet, und viele Eltern möchten, dass ihre Kinder gut Skifahren lernen und sich sicher auf der Piste bewegen. Hier findest Du Tipps und Infos sowie wichtige Fragen und Antworten rund ums Skifahren, damit Du für Dich und Dein Kind den besten Weg fürs Schneevergnügen findest.

Ab wann sollten Kinder Skifahren lernen?

Ab welchem Alter ist Skifahren lernen sinnvoll? Ein festes Alter gibt es nicht. Achte auf Dein Kind, es soll ihm Spaß machen. Frag es nach seinen Wünschen, mach ihm den Schnee und die Ski mit Spiel und Spaß schmackhaft. Wenn es partout nicht will, womöglich weint und schreit, lass es lieber und probiere es ein anderes Mal oder im nächsten Jahr noch einmal. Es sollten positive Gefühle mit dem Skifahren verknüpft werden, nicht Angst oder Stress.

Schon für Kinder im Kindergartenalter ab drei oder vier Jahren gibt es sogenannte Zwergerlkurse. Hier geht es vor allem ums Spielen im Schnee, erstes Rutschen und das langsame Heranführen an das Wintervergnügen. Solche Kurse dauern meist nur etwa zwei bis drei Stunden. Richtig Skifahren wird dabei nicht gelernt, aber wenn es gut gemacht ist, bekommen die Kleinen Lust auf den Wintersport. Richtige Kurse zum Skifahren lernen sind eher etwas für Kinder ab etwa fünf bis sechs Jahren, dann kann es auch schon auf die Piste gehen. Aber zuerst steht das Skieinmaleins auf dem Programm, so der Deutsche Skiverband (DSV). Also der Umgang mit dem Material, das Liften und die erste Kurve, bevor es auf den Berg geht. Natürlich erstmal an den kleinen, flachen Hängen.

Wie sollen Kinder Skifahren lernen?

Fordern, aber nicht überfordern, heißt die Devise. Gut ist, wenn kleine Spiele und Wettstreite eingebaut werden. Stangen umfahren, zum Beispiel, oder schauen, wem es am besten gelingt, vor dem Skilehrer oder der Skilehrerin zu bremsen. Vielseitige Bewegungsaufgaben gehören dazu, etwa Stangen hochhalten, den Skistock mit beiden Händen halten, sich groß und wieder klein machen.

Wenn Kinder schon mehr können, kann es das Gleichgewicht und die Körperbeherrschung beim Skifahren fördern, über kleine Buckel zu fahren oder einen Fun-Parcours zu meistern. Solche gibt es in vielen Skigebieten. Ein schönes Video zum Skifahren lernen für Kinder bietet der Deutsche Skiverband.

Kinder lernen besonders gut spielerisch und mit viel Spaß.

Marc Maiero vom DSV-Bundeslehrteam
(Video vom Deutschen Skiverband)

Wo sollen Kinder Skifahren lernen?

Kinder lernen am besten in der Gruppe, so die Experten vom Deutschen Skiverband. Und was bietet sich da besser an als ein Skikurs. Es gibt mehr als 500 DSV-Skischulen, zudem Skischulen von Vereinen. Auch in den Winterorten außerhalb Deutschlands, etwa in Österreich, Italien oder der Schweiz, oder auch in Tschechien, gibt es natürlich Skischulen mit tollen Programmen für Kinder, auch zum Start für Anfänger. Sie dauern oft zwei bis drei Stunden vormittags, über Mittag geht es dann zum Mittagessen in eine Hütte, und am Nachmittag geht´s noch einmal zwei Stunden weiter. Manche Kurse sind auch nur vormittags.

Eine andere Möglichkeit sind Skifreizeiten oder Skikurse mit Fahrt vom Wohnort in die Berge, für Kinder und Jugendliche auch ohne Eltern. Diese sind zum Teil auch für Anfänger möglich, aber eher für Kinder geeignet, die schon etwas Skifahrern können. Solche Angebote bieten zum Beispiel zahlreiche Reiseveranstalter, Vereine oder Stadtjugendämter. Beispiele: in München der Alpenverein oder in Pirmasens das Jugendamt. Frage in Deiner Stadt oder Gemeinde. Erkundige Dich auch im Kindergarten oder in der Schule. Oft haben diese auch Kontakte zu Reiseveranstaltern. Oder schließt Euch mit mehreren Eltern zusammen und organisiert einen gemeinsamen Ausflug plus kleinem Skikurs im Skigebiet gemeinsam mit Freundinnen und Freunden der Kinder.

Ein Tipp noch: Wenn Kinder ganz ungern in der Gruppe fahren, kann auch Einzelunterricht eine Alternative sein. Allein mit Skilehrerin oder Skilehrer kann Dein Kind auch von der gesamten Aufmerksamkeit profitieren.

Nicht zuletzt: Wieso sollen Kinder Skifahren lernen?

Klar, Skifahren ist eher ein teurer Sport – und nicht ungefährlich. Und aus Umweltsicht gibt es etliche Probleme: Die Ökosysteme in den Bergen werden stark vom Menschen beeinflusst, viel Energie für Kunstschnee, Pistenraupen und den Verkehr wird verbraucht. Dennoch zieht es jeden Winter Hunderttausende in die Berge, weil sie Spaß haben am Skifahren. Das Sausen und Rutschen auf den Pisten bringt Gaudi, die Bewegung draußen tut gut, und das Panorama an Sonnentagen ist unbeschreiblich.

Skifahren macht glücklich. Vor allem, wenn das Wetter und die Pistenverhältnisse gut sind, genug Platz und Sicherheit auf der Piste herrscht und die Geschwindigkeit dem Können angemessen ist. Dann ist Skifahren ein Flow-Erlebnis, wie Sportpsychologen beschreiben. Außerdem ist Skifahren ein Sport, der tolle gemeinsame Erlebnisse mit anderen ermöglicht. Wer Ski fahren kann, kann sich unproblematisch mit Gleichgesinnten zu Urlauben und Kurzausflügen zum Sport und Spaß in den Bergen verabreden.

Hinzu kommt, dass viele Kinder und Jugendliche Ski fahren können und dass Schulen oft Ausflüge zum Skifahren unternehmen. Wenn das Kind dann Ski fahren kann, ist es einfach mitzumachen. Und nicht zuletzt kommt es auch auf die Vorlieben in der Familie an. Wer selbst leidenschaftlich gern Ski fährt, wird sicher wollen, dass das eigenen Kind Skifahren lernt.

Letztlich ist es eine Entscheidung der Eltern, die Vorteile und Nachteile für sich und ihre Kinder abwägen. Auf jeden Fall gilt: Als Erwachsener ist es oft viel schwieriger, das Skifahren so gut zu erlernen wie ein Kind dies kann.

Tipps für die richtige Ausrüstung beim Skifahren

Ganz wichtig beim Skifahren mit Kindern ist die Sicherheit. Und da kommt es auf eine gute Ausrüstung an. Tipps und einen Sicherheitscheck für die Ausrüstung hat Intersport gerade zusammengestellt.

Auf was kommt es also bei der Skiausrüstung für Kinder an? Ganz wichtig bei der Skikleidung für Kinder sind leuchtende Farben, eine gute Sichtbarkeit. Die Jacken und Skihosen sollten atmungsaktiv und warm genug sein. Funktionsunterwäsche beziehungsweise Skiunterwäsche sorgt dafür, dass die Kinder nicht zu sehr ins Schwitzen geraten.

Tipps für Kinderski: die richtige Länge

Was ist die richtige Länge für Kinderski? Kinderski sollten etwa bis zur Achsel oder Schulter reichen. Für gute Skifahrerkids sind auch etwas längere Ski möglich, aber nicht mehr als auf Mundhöhe. Und was tun, wenn die Kinder wachsen? Gut und preiswerter als ständiger Neukauf sind Tauschsysteme, die viele Händler anbieten. Einmal kaufen und im nächsten Jahr gegen einen längeren Ski eintauschen. Oder nur ausleihen. Das ist vorab am Wohnort oft billiger als im Skigebiet.

Kinderskischuhe: Sie sollten nicht drücken!

Die Kinderskischuhe sollten auf keinen Fall zu klein sein. Sie sollen bequem sein und genug Platz bieten. Wenn sie drücken, ist es mit dem Skispaß bald vorbei. Der Innenschuh vom Kinderskischuh sollte maximal ein Zentimeter größer sein als der Fuß des Kindes, rät Intersport. Am besten einen Skischuh mit herausnehmbarem Innenschuh wählen. Viele Skischuhe ausprobieren, damit im Geschäft laufen und dabei testen, wie bequem der Schuh fürs Kind ist.

Kinder Skihelme – Tipps für die Sicherheit

Ganz klar: Kinder müssen gute Helme tragen, die sitzen, ohne zu drücken. Die Experten geben einen Tipp zur Orientierung: Den aufgesetzten Helm bei offenem Kinnriemen hin und her schütteln, er sollte dann nicht ruckeln. Die Brille zum Helm passend auswählen, wichtig ist ein bündiger Abschluss. Gibt es einen Test für Kinderskihelme? Leider gibt es von den großen Verbraucherorganisationen oder Testorganisationen keinen aktuellen Test zum Thema Sicherheit von Kinderskihelmen. Einen Test von Kinderskihelmen mit guten Tipps hat vor wenigen Jahren die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz Baden-Württemberg durchgeführt. Die Sicherheit war bei allen 25 geprüften Helmen gewährleistet. Mehr Infos.

Protektoren beim Skifahren für Kinder

Experten raten, Kinder zur Sicherheit auch mit Protektoren auszurüsten, die vor allem die Wirbelsäule schützen. Aber sie sollten nicht zu klein sein, sonst behindern sie die Kinder. Beschädigte Protektoren sollten auf keinen Fall weitergetragen werden.

Lass Dich zur Skiausrüstung Deines Kindes gut beraten, am besten in mehreren Sportgeschäften oder bei Verleihern, von erfahrenen Beratern. Frag nach dem Wieso und Warum, dann merkst Du schnell, ob jemand weiß, wovon er spricht.

Welche Skigebiete sind kinderfreundlich?

Was sind kinderfreundliche Skigebiete? Achte darauf, mit Anfängerkids nicht in schwieriges Gelände zu fahren. Besser sind da Mittelgebirge oder Skigebiete mit “Babyhängen” und flachen Pisten, am besten vielen blauen Pisten. Ein familienfreundliches Skigebiet ist aber mehr: Es gibt viele Angebote für Kinder und Familien, auch zum Wintervergnügen außerhalb der Piste, etwa Rodelbahnen, ein Schwimmbad oder Möglichkeiten zum Schlittschuh fahren. Natürlich gehören gute Skischulen und Betreuungsmöglichkeiten für Kinder dazu. Detaillierte Infos über Skigebiete und eine Beschreibung der Angebote für Familien enthält der Skiguide vom ADAC. Eine Punktebewertung auch für Familien macht es leicht, ein Skigebiet in dieser Beziehung einzuschätzen. Möglich ist auch, den Guide gezielt nach Suchbegriffen wie “familienfreundlich” oder “Familienangebote” zu durchsuchen. Ein von den Experten als familienfreundlich eingeschätztes Skigebiet ist zum Beispiel das Stubaital. Fünf Punkte für Familien gibt es zum Beispiel auch für die Skigebiete am Kronplatz, am Wilden Kaiser und in Serfaus.

Skigebiete für Kinder kostenlos?

Die Skipässe für Kinder bis fünf oder sechs Jahre sind oft kostenlos. In manchen Skigebieten fahren auch ältere Kinder noch gratis, etwa bis acht Jahre, in Ausnahmefällen auch noch länger, zum Beispiel bis 12 Jahre. Der ADAC-Guide enthält auch dazu Infos: So fahren Kinder am Kronplatz demnach bis 7 Jahre gratis. Am Stubaier Gletscher ist der Skipass bis einschließlich 10 Jahre kostenlos, am Wilden Kaiser ist die Piste allerdings nur bis fünf Jahre kostenfrei.

Nachhaltig Skifahren – geht das?

Skifahrer lieben die Natur und wollen sie nicht zerstören. Dennoch belastet Skifahren die Umwelt. Geht es denn etwas umweltfreundlicher, kann man nachhaltiger Skifahren? Infos hat der WWF zusammengestellt. Die Antwort der Experten auf die Frage der Nachhaltigkeit:

Wirklich umweltfreundliches Skifahren gibt es nicht!

Dennoch empfiehlt der WWF, einige Regeln zu befolgen, um die Umweltbelastungen durchs Skifahren etwas geringer zu halten.

Einige Tipps für mehr Nachhaltigkeit beim Skifahren:

  • Mit der Bahn anreisen: Das senkt die Umweltbelastung durch den Straßenverkehr. Tipp: Die Bahn hat Angebote für die Reise ins Skigebiet, etwa mit dem Garmischer Ski-Ticket täglich vom Bahnhof München zum Hausberg, nach Garmisch-Classic oder zur Zugspitze, inklusive Tagesskipass. Preiswerte Tickets gibt es auch für andere Ziele, etwa Innsbruck.
  • Nicht abseits der Pisten fahren: Wer im Tiefschnee und nicht auf den Pisten fährt, gefährdet Wildtiere und stört die Ruhe in ihren Rückzugsgebieten.
  • Nicht auf künstlich beschneiten Pisten fahren: Die Kunstschneeproduktion verbraucht viel Energie. Zudem sind die Schneekanonen laut, auch das stört die Tiere in den Skigebiete. Außerdem ist Kunstschnee sehr dicht und hart, was ein Problem für die Vegetation sein kann. Besser mit echtem Schnee ins Skivergnügen!
  • In möglichst nachhaltige Skigebiete fahren: Achte auf das Engagement für Umweltschutz und Nachhaltigkeit, in Unterkünften und in der Region. Es gibt einige Initiativen für nachhaltigen Tourismus. So haben sich in den Alpen 25 Orte zu den Alpine Pearls zusammengeschlossen. Das Ziel: eine umweltfreundliche Mobilität und Nachhaltigkeit im Tourismus zu fördern. Der öffentliche Nah- und Fernverkehr hin zum und im Urlaubsort macht den Urlaub ohne Auto möglich.

Wenn Du zwar gern Ski fährst, aber auch auf Nachhaltigkeit Wert legst, dann kannst Du auf diese Tipps achten. Sprich auch mit Deinen Kindern darüber, diskutiert das Thema.

Alternativen zum Alpinski

Jeden Tag Ski fahren? Das muss nicht unbedingt sein, es gibt viele spannende Dinge, die ihr in den Bergen auch abseits der Piste unternehmen könnt: Rodeln, Schlittschuh fahren, spazieren gehen, Winter wandern (richtig schön!), Langlaufen, Schneeballschlacht … Entscheidet gemeinsam, worauf Ihr Lust habt.

Tipps und Rat zum Skifahren und Skifahren lernen mit Kindern

Eine sichere Ausrüstung und ein guter Skikurs mit Lehrern, die Freude am Skifahren vermitteln – dann fällt Skifahren lernen Deinen Kindern leicht. Druck und Stress bewirken das Gegenteil. Also, wenn Dein Kind mal nicht will, akzeptiere es. Stell möglichst das Postive heraus und sei ein gutes Vorbild in Sachen Sicherheit, Umsicht und Rücksichtnahme auf der Piste. Habt einfach gemeinsam Spaß im Schnee!😃⛷😃⛷

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